Welche Verankerungen können bei ONLEVEL-Geländersystemen verwendet werden?

Die Wahl des richtigen Geländerprofils ist nur ein Teil der Planung einer sicheren Glasgeländerkonstruktion. Das Profil muss außerdem mit einem tragenden Untergrund verbunden werden, der den über das Glas, das Aluminiumprofil und die Verankerungen übertragenen Lasten sicher standhalten kann.

Geländerprofilsysteme können an folgenden Stellen montiert werden:

  • Beton
  • Baustahl
  • Holz

Aber selbst der beste Moderator kann Folgendes nicht ausgleichen:

  • Schwacher oder beschädigter Beton
  • Unterdimensionierter Baustahl
  • Verrottetes Holz
  • Unzureichende Randabstände
  • Mangelhafte Montageangaben
  • Nicht unterstützte Bauweisen

Nicht nur die Verankerung, sondern auch die Tragkonstruktion muss den erforderlichen Auslegungslasten standhalten können. Der zugelassene Ankertyp, der Abstand und die Einbaudetails sind in den statischen Berechnungen („Statik“) für jedes ONLEVEL-Profilsystem festgelegt.

Welche Anker empfiehlt ONLEVEL für Beton?

Bei Betoninstallationen unterteilen wir die Befestigungsmethoden in drei Hauptkategorien:

  • Chemische Dübel (zum Beispiel fischer FIS SB+RG M)
  • Mechanische Spreizdübel (zum Beispiel fischer FAZ)
  • Betonschrauben (zum Beispiel Hilti HUS)

Obwohl alle drei Systeme darauf ausgelegt sind, Lasten in den Beton zu übertragen, funktioniert jedes auf seine eigene Weise und kann je nach den Projektanforderungen und der Planung des Ingenieurs besser geeignet sein.

Wann sollten chemische Anker für Betonbalustraden verwendet werden?

Fischer-Injektionsmörtelkartusche mit Ankerbolzen

Chemische Verankerungssysteme, wie zum Beispiel das Fischer FIS SB + RG M-System, kombinieren ein injizierbares Harz mit einer Gewindeankerstange, um eine feste Verbindung im Beton herzustellen.

Sie werden üblicherweise dort eingesetzt, wo eine kontrollierte Einbettung erforderlich ist oder wo der Projektingenieur feststellt, dass ein Klebeanker die am besten geeignete Lösung für den Untergrund und die Einbaugeometrie ist.

Die Leistungsfähigkeit eines chemischen Dübels hängt ebenso sehr von der korrekten Montage ab wie vom Dübel selbst.

Zu den Faktoren, die die Leistung beeinflussen, gehören:

  • Betonfestigkeit
  • Bohrungsdurchmesser und -tiefe
  • Vorgehensweise zur Lochreinigung
  • Betontemperatur
  • Einbautemperatur
  • Aushärtungszeit
  • Kantenabstand
  • Ankerabstand
  • Ob der Beton Risse hat oder nicht

Chemische Anker müssen immer gemäß den vom Hersteller genehmigten Montageanweisungen eingebaut werden.

Wann sind mechanische Spreizanker die bessere Wahl?

Beton-Dehnungsanker zur Befestigung einer Metallhalterung

Mechanische Spreizanker, wie zum Beispiel der Fischer FAZ, entfalten ihre Haltekraft, indem sie sich beim Festziehen des Ankers an den Wänden des Bohrlochs ausdehnen.

Da Dehnungsanker Kräfte auf den umgebenden Beton ausüben, solltest du Folgendes sorgfältig berücksichtigen:

  • Kantenabstände
  • Ankerabstand
  • Betondicke
  • Ort der Verstärkung

Diese Einbauvorschriften tragen dazu bei, das Risiko von Betonausbrüchen zu minimieren und sicherzustellen, dass der Anker wie vorgesehen funktioniert.

Wann können Betonschraubanker verwendet werden?

Sechskant-Lagerschraube auf weißem Hintergrund

Betonschraubanker wie der Hilti HUS stellen eine mechanische Verbindung her, indem sie beim Einbau ein Gewinde in den Beton schneiden.

Sie können eine effiziente Installationsmethode anbieten, sofern sie dafür zugelassen sind:

  • Tragfähigkeit
  • Einbautiefe
  • Kantenabstände
  • Ankerabstand

mit dem Projektkonzept vereinbar sind.

Wie werden ONLEVEL-Profile an Baustahl befestigt?

Bei der Befestigung von ONLEVEL-Profilen an Stahlkonstruktionen empfehlen wir Schraubverbindungen mit M10- oder M12-Befestigungselementen. Die erforderliche Größe der Befestigungselemente hängt vom Profilsystem, den Auslegungslasten, den Verbindungsdetails und den projektspezifischen technischen Anforderungen ab.

Für Stahlkonstruktionen geben wir üblicherweise zwei Festigkeitsklassen für Befestigungselemente vor:

  • Verzinkter Stahl der Güteklasse 8.8
  • Edelstahl A4-70

Die Verbindung sollte immer als Teil der tragenden Stahlkonstruktion ausgelegt werden, anstatt einfach nur eine einzelne Schraube auszuwählen.

Der Projektingenieur muss möglicherweise Folgendes überprüfen:

  • Schraubendurchmesser und Güteklasse
  • Anzahl der Schrauben
  • Schraubenabstand
  • Lochdurchmesser
  • Stahlblechdicke
  • Abstand vom Bolzen zur Plattenkante
  • Lokale Verformung der Auflage
  • Schweißleistung, sofern zutreffend
  • Korrosionsbelastung
  • Verträglichkeit zwischen unterschiedlichen Metallen

Bei Installationen an der Küste und im Außenbereich solltest du vor der Auswahl von verzinkten oder rostfreien Befestigungselementen die Korrosionsbeständigkeit und das Risiko galvanischer Korrosion berücksichtigen.

Wie werden ONLEVEL-Profile an Holz befestigt?

Für Holzuntergründe empfehlen wir die Verwendung eines Gewindeeinsatzes mit den Maßen Ø 22 × 100 mm in Kombination mit einer M12-Schraube. Der Gewindeeinsatz sorgt für eine sichere Gewindeverbindung im Holz, sodass das Profil mit einer M12-Schraube befestigt werden kann.

Die veröffentlichten Befestigungsangaben bedeuten jedoch nicht, dass jede Holzkonstruktion für die Montage einer Balustrade geeignet ist.

Vor dem Einbau sollte das Tragholz auf Folgendes überprüft werden:

  • Holzarten und Festigkeitsklassen
  • Abmessungen der Bauteile
  • Faserrichtung
  • Feuchtigkeitsgehalt
  • Abstand zu Kanten und Enden
  • Risiko einer Spaltung
  • Zustand des Holzes
  • Zug- und Scherfestigkeit
  • Langfristige Entwicklung
  • Witterungseinflüsse
  • Zugang für die korrekte Installation

Glasgeländer sollten niemals ausschließlich an Terrassendielen, Verkleidungen, Zierholz oder anderen nichttragenden Elementen befestigt werden. Die Verbindung muss die Lasten auf ein geprüftes Bauteil übertragen.

Welcher Ankerabstand ist für 1 kN ONLEVEL-Profile erforderlich?

Bei den standardmäßigen 1-kN-ONLEVEL-Profilsystemen liegt der Ankerabstand je nach Profil in der Regel zwischen 200 mm und 370 mm (Mitte zu Mitte).

„Mitte-zu-Mitte“ (M/M) bezeichnet den Abstand, der von der Mitte eines Ankers bis zur Mitte des nächsten gemessen wird.

Beispielsweise müssen bei einem Profil mit einer Nennlänge von 2.000 mm, das in Abständen von 250 mm montiert wird, die Anker in Abständen von höchstens 250 mm angebracht werden, wobei gleichzeitig die in den Montageanweisungen angegebenen erforderlichen Endabstände einzuhalten sind.

Die Gesamtzahl der Anker lässt sich nicht immer durch Division der Profillänge durch den Ankerabstand ermitteln. Ecken, Fugen, Profillängen, Toleranzen, Randbedingungen und lokale Lastkonzentrationen können sich alle auf die endgültige Anordnung der Befestigungen auswirken.

Wann kann der Abstand zwischen den Ankern auf 400 mm vergrößert werden?

Bei einigen ONLEVEL-Seitenprofilen, die für geringere Belastungen – typischerweise 0,5 kN – ausgelegt sind, ist ein Ankerabstand von bis zu 400 mm (Mitte zu Mitte) zulässig.

Das sollte aber auf keinen Fall als Standardabstand für jede Installation angesehen werden.

Ob ein Abstand von 400 mm akzeptabel ist, hängt davon ab:

  • Das konkrete Profil
  • Einbaulage
  • Ankerart
  • Trägersubstrat
  • Auslegungslast
  • Vom Hersteller getestete Konfiguration
  • Projektspezifische technische Überprüfung

Der Abstand zwischen den Ankern sollte niemals einfach deshalb vergrößert werden, weil eine Installation gering belastet erscheint. Jede Vergrößerung des Abstands muss durch die zugelassene Systemdokumentation und statische Berechnungen belegt sein.

Kann man einen Ankertyp durch einen anderen ersetzen?

Ankerarten sollten niemals ohne Zustimmung des zuständigen Statikers oder Projektplaners ausgetauscht werden.

Auch wenn zwei Anker denselben Nenndurchmesser haben, können sich ihre Leistungseigenschaften erheblich unterscheiden, darunter:

  • Zug- und Scherfestigkeit
  • Erforderliche Einbautiefe
  • Mindestabstand zum Rand und Abstand zwischen den Verankerungen
  • Lochdurchmesser
  • Anzugsmoment
  • Brandverhalten
  • Korrosionsbeständigkeit
  • Eignung für gerissenen oder ungerissenen Beton
  • Zulassungen für dynamische oder Ermüdungsbeanspruchung

Die Wahl des richtigen Ankers ist entscheidend für die Sicherheit und die langfristige Leistungsfähigkeit jeder Glasgeländerinstallation. ONLEVEL ermittelt zwar geeignete Befestigungsmethoden für Beton, Baustahl und Holz, doch muss die endgültige Ankerspezifikation immer auf den genehmigten statischen Berechnungen für das ausgewählte Profilsystem und den Gegebenheiten der Tragkonstruktion basieren.

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